Diary

Seit Beginn des Waldsymposiums schreibt Thomas May täglich einen Bericht aus dem Wald für die Nürnberger Zeitung.

Samstag, 7.8.2010

Das Künstlersymposium im Reichswald startet.

Zunächst aber sitzen wir noch in Gostenhof in einer Altbauwohnung. Wir das sind Eung-Woo RI,  Korea, Egamie Hiroshi, Japan, beide Künstler, Sylvia Javen, finnische Waldexpertin und ich.

Wir sitzen beim Frühstück und reden: Über den Absturz eines Jumbos, die Überlebenden im Urwald und Kannibalismus. Bekommt man davon leuchtende Augen (Eung-Woo) oder Wahnvorstellungen (Sylvia)? Gibt es eigentlich gefährliche Tiere im Reichswald?

Wir ziehen in den Wald! Schluss mit Grusel Phantasien: hier beginnt die Realität, die Konfrontation mit Mountain Bikern, Joggern, Radlern und Wald Romantikern.

Ist der Reichswald überhaupt ein echter Wald? Oder nur das, was man sich gerne darunter vorstellt?

Wir werden das klären, in den nächsten Tagen und noch mehr.

Heute sammle ich einundzwanzig Individualisten, organisiere, teste Flexibilität. Warum Listen schreiben, Zeiten verabreden, … wenn es auch Anders geht.

Oder doch lieber wie die Asiaten: drei Dunkle zu Füßen des Bamberger Reiters, und der Jet Leg ist gegessen. Vor allem wenn man mit der Sonne anreist, also links rum.

Monntag, 9.8.2010

Alles ist friedlich

Aufwachen, frieren, frühstücken, über Computer ärgern, Blog schreiben, Fotos machen, indische Künstler abholen, shoppen im Asia Markt, Künstler zum Heimwerker-markt bringen, weiterfahren zum Künstlerbedarf, verirrte Künstlerin abholen, Abendessen kochen, Bier trinken, Künstlergespräch, tanzen.

So lief der Tag, denn:

WIR SIND NICHT AUF URLAUB!

Auch wenn man das gern annehmen würde. Denn hier herrscht tatsächlich Wald-Idylle pur. Im Haus ist es ruhig. Sphärische Klänge durchziehen das Waldwichtelhaus. Es duftet nach Kuchen. Doch das hält niemanden davon ab, seiner Arbeit nach zu gehen und Neues speziell für den Reichswald vorzubereiten. Dazu gehört auch die Exkursion zum Schrottplatz, die Japanern Freudenschreie entlockt. Ein Auto voller Draht und Eisengeflecht ist das Ergebnis und nun befindet sich alles im Wald. Wir müssen es hinterher wieder herausholen, aber erst nach der Ausstellung, die eine Woche länger geht, bis zum 27.8..

Zurück zum Einzug, der ist nass gewesen, wie jeder weiß. Das Haus hält dicht. Aber der Regen hält auf. Aber wenn man Gummistiefel kauft, hört der Regen auf; kaufst du Regenschirme, macht er eine Pause, die Regenkombi bringt die Dürre.

Wir kaufen Gummistiefel (siehe Homepage www.kreisimwald.de)

Es hat gewirkt, nur wie lange? Wir probieren den Regentanz, alle zusammen, zu guter Musik. Ansonsten bleiben wir friedlich.

Dienstag, 10.8.2010

Es lebt sich ein.

Unser Leben hier im Waldwichtelhaus bekommt Routine.Tägliche Besorgungsfahrten aus den Wald, Kinder Klos, Kinder Stühle, Schlafen auf Feldbetten … nur der Küchendienst läuft noch nicht rund. Hat Jemand Lust zu kochen! Und zu spülen! Kontaktdaten sind auf unserer Homepage.

Die ersten Arbeiten stehen. Florian Tuercke baut eine »Wald Audio Station« auch sind Interessierte  willkommen, gleicher Kontakt. Ursula Kreutz richtet ihre Dauer  Performance ein, neben dem Waldwichtelhaus, mehr wird nicht verraten, selber seh´n. Peter Thiele streift durch den Wald und zeichnet. Rudi Domidian Hundefänger legt erste Spuren mit Fundhölzern. Von Rolf Füttere sind Schilder. Unsere Künstler Gäste beschaffen immer noch eifrig ihr Material. Hat Jemand Eisendrath?

Gestern kam Christian Rothmann aus Berlin, Paul Feichter aus Südtirol – wir sind komplett -  Zaungäste Edda Kalllweit, Tokio, Chris Weiß, Nbg und unsere finnische Waldexpertin Sylvia Javen

Gegen den Regen arbeiten wir nun härter, mit einem Pavillon. Man weiss ja; alle sitzen zusammengequetscht darunter, draußen lacht die Sonne. Darinn führen wir nun tiefgründig Gespräche. Zu Einflüssen von Kuratoren, Institutionen, Politik auf Künstlerische Prozesse, in Indien und Deutschland, und Kunst schaffen ausserhalb professioneller Vermarktungssysteme.

Mitwoch, 11.8.2010

Haben sie schon einmal Georgisches Huhn gegessen – wir schon, sagenhaft!

Danke Polina Koulik!

Chintan Upadhya aus Indien lädt sie ein mitzumachen! Er möchte drei  Zeichnungen verschenken. Dazu hat er sich ein Spiel für sie ausgedacht. Im Wald, am Feldweg zwischen Mögeldorf und dem N-ERGIE/Waldwichtelhaus Gelände (GPS Koordinaten: N49°27 277, EO11°08 948) hängen hundert Steine an Buttons befestigt. Jeder Stein trägt eine Nummer, pflücken sie sich Einen. In kürze finden sie hier und auf unserer Homepage die Glücks-nummern, die bei uns die Zeichnungen abholen können. Start heute 16 Uhr mit einer Performance. Es lohnt sich!

Euung-Woo aus Korea rät dagegen für die »nature art work« zuerst klein zu arbeiten. Großes kann folgen. Der Wald verleitet zu Großem, die hohen Bäume, weite Blicke, erhabenen  Gefühle. Aber Kleinigkeiten, minimale Eingriffe bewirken oft mehr, schärfen den Blick, machen Details sichtbar, sensibilisieren. Gehe mit leeren Kopf und leeren Händen in den Wald, bringe nichts mit, keine Vorstellung oder Idee. So ist  man bereit die Situation zu erfassen, die Arbeit von selbst kommen zu lassen.  Diesen Ansatz bezeichnen wir Situativ, hier trifft sich wahrscheinlich östliche und westliche Auffassung Ortsbezogenen Arbeitens.

Das und viel mehr haben wir unter dem Zelt diskutiert, bis endlich die Sonne wieder lacht. Jetzt stehen wir trocken im Wald und der Kopf leert sich.

Donnerstag 12.8.2010

Mit Indischen Gästen passiert Seltsames.

Beim Symposium arbeiten zwei Assistentinnen mit, Alex Hojenski und Sylvia Javen (siehe Blog). Gestern Abend zog sie der Charme von Chintan Upadhya auf glühende Kohlen. Beide liefen über das Lagerfeuer, zuerst ängstlich, doch scheinbar schmerzfrei. Sie laufen heute wieder, nur schwarze Fußabdrücke sieht man noch. Chintan erzählt übrigens im Geheimen, dass es auch für Ihn das erste mal war.

Die Sonne scheint immer noch, dass Wetter ist leider für uns wichtig. Jeder Tag Sonnenschein bringt enorme Vorschritte. Im Steinbruch findet man jetzt auch schon die ersten Installationen. Rot Weiße Markierungsbänder kennzeichnen neue Plätze. Nahezu Jeder streift umher. Also auf die grünen T-Shirts achten, auf denen verkehrt herum zu lesen steht: »you are here«

Gestern gab es »eastern-kitchen« eine Mischung koreanischer und japanischer Küche, original von den Künstlern. Ehrlich,  Sie haben was verpasst! Unser Küchenproblem beschränkt sich nur noch auf das Abspülen! Wollen sie? Gegen Essen!. Leider sind die Asiaten heute etwas derangiert. Jemand hat den Sake mit Schnaps vertauscht.

Heute folgt italienische Pasta! Die Stimmung in der Gruppe ist übrigens unbeschreiblich gut, gestern sangen alle zusammen im Wald, den Schall testend und Wildschweine vertreibend. Ich hoffe sie haben einen Stein unseres Inders gefunden?

Freitag 13.8.2010

Gehen wir unter?

Huberts Hess  montiert den Torbogen an den Fels – am Schmausenbuck. Rolf Füttere versorgt Bäume mit Mullbinden. Hiroshi Egamie wickelt immer noch: Draht zu einer Kugel, der Seele eines Toten Baumes hinterher. Michaela Biet bepflanzt den Schmausenbuck. Ri arbeitet wie ein Wahnsinniger. Selten fühlt er sich so euphorisch. Wir sollen einige Arbeiten weg lassen, es wären zu viele. Nutzen wenigstens Sie die Gelegenheit sie zu sehen, im Steinbruch.

Wir haben jetzt auch eine Schmiede. Hubert Baumann hat sie mitgebracht. Ziemlich nützlich, selbst wenn man mit Naturmaterialien arbeitet, hält länger, was ist schon Natur – im Kindergarten?

Der letzte Tag Sonne, sollen wir uns lange daran erinnern laut Wettervorhersage? Organisieren wird nicht leicht gemacht, bei solchen Prognosen. Wirklich, wir haben alles probiert! Jetzt kaufen wir die Regen Combo, in der Hoffnung die Dürre wird erträglich, zumindest darunter.

Wird unsere Stimmung unter gehen? Nach dem italienischen Menü, das wirklich die Erwartungen übertroffen hat, mit Desert und einer lauen Sommernacht. In der sich sogar finnische Waldexpertinnen im Wald verlaufen. Mann/Frau sollte nicht die Münze werfen um den Rückweg zu finden. Zur Zeit hilft noch der Schlaf. Aber danach? Das Museums Programm wird gestartet. Germanisches & Neues, Reichsparteitags Gelände, Dürerhaus und co, Felsenkeller, Burg und dann?

Bis Morgen!

Samstag, 14.8.2010

Der Abend bringt Tofu oder Hühnchen

Ein ruhiger Tag im Waldwichtelhaus, alle wurden in Museen geschickt und zum Shopping, für manche das erstmal nach einer Woche Wald. Zurück in die Zivilisation, aus der Reichswaldwildnis. Ein Genuss in den Laden gehen, Shampoo kaufen … Nur Paul Feichter baut sein Nest in den Fels. Als Südtiroler hart im nehmen, trotzt er dem Wetter, mitten im Fels. Hängt an Lianen. Wo sind wir eigentlich?

Der Nachmittag bringt Sonne, Leute und die versprochene Performance von Chintan Upadhya. An den Baum gebunden mit einem grünen Gartenschlauch, in drei Meter Höhe beobachtet er die Szenerie, ähnelt einem indischen Sebastian in Kombination mit einer Spur Hath Yoga, im Sonnenstrahl. Was für eine Szenerie! Er hat es gut überstanden, den am Abend kocht er Indisch, ziemlich scharf aber erweckend, danach der Absturz. In der Nacht kam wieder ein Zaungast: Jillian Hoppe aus Berlin, Video -Trash – Doku, mehr wissen wir noch nicht.

Reichswald get in Fokus.

Haben Sie schonmal ein Gerüst im Wald aufgebaut, in Hang Lage, auf Moos, zwei Ebenen. Eine neue Erfahrung, die Schwerkraft in Frage gestellt, der Baum stabilisiert.

Der Abend heute bringt Tofu oder Hühnchen, Überraschendes von Floh und Chris.

Bis Morgen zum Wildschwein!

P.S: Am Sonntag gibt es eine Schnupper Führung für Alle die mögen: Treffpunkt 17 Uhr am Tiergarten

Montag, 15.8.2010

»wild pig«

ist nicht die richtige Übersetzung, aber es hat geschmeckt, der Sonntagsbraten mit Knödeln, lecker!

Auch der Regen nimmt zu, zusammen mit dem Wind, nur die Temperatur nicht. Was für ein Sommer! Verausgabt im Juli, geht ihm jetzt die Luft aus. Wir sitzen wieder unter dem Pavillion, arbeiten weiter; Pirko Julia Schröder an ihrer Schmausenbuck Karte, Polina Kouliks am Regenbogen, der leider nicht beim Regen erscheint. Nobody is perfect, auch das Wetter. Rudi Hundefänger lies das Schwirrholz kreisen, Holz über Holz, in seiner Schichtung, wow! Der Motorsägen Lärm schont zur Zeit die Bäume, Neues ersteht, ein Mann mit Schwein (»wild pig«), östlich vom Haus.

Neue Zaungäste sind auch da, Stefan und Tanja Brandstifter, Performance Künstler aus Mainz. Chintan fliegt dafür zurück nach Indien, zur nächsten Biennale. Kein Abschied für immer, er mag Nürnberg! Mit den Werkberichten der Künstler sind wir fast durch, zwei pro Abend, zwischen neun und elf. Wir gönnen uns keine freie Minute, aber dafür wundervolles Essen, heute gibt es wieder japanisch: Soba und Tempura, (Buchweizen Nudeln in Sojasoße und fritiertes Teig-Gemüse). Mein Koch Aufruf bringt auch Erfolg und morgen chilli con carne für uns. Danke!

Dafür bieten wir mehr neue Führungen an: die Jogging-Führung mit Pirko Julia Schröder, am Donnerstag. Start 18 30 Uhr am Nordic-Walker Schild, links vom Tiergarten zur kleinen Runde (5km).

Bis Morgen!

Dienstag, 17.8.2010

Ist der Sommer vorbei?

Die Herbst Sonne fällt durch die Blätter und erleuchtet die Arbeiten. Schön! Aber war es das?  Haben wir was verpasst?  Ich vermisse die Wärme. Doch die frische Luft macht sich bemerkbar. Alterserscheinungen werden gemildert, bis 4 Uhr wach sein um 8 Uhr aufstehen, kein Problem. Der Reichswald verjüngt.

Sonntag war Besucher Tag. Unser Freundeskreis kam zum Kaffeetrinken. 110 Kunstintressierte Förderer, die das Symposium zusammen mit der N-ERGIE  erst ermöglichen.

Zur ersten öffentlichen Führung direkt im Anschluss waren es dann noch einmal mehr als 70 Besucher. Ihr Interesse ist toll! Vielen Dank! Wir dehnen das Führungsangebot nächstes Wochenende aus. Mehr dazu auf der Homepage. Geführt wird nun Parallel, in kleinen Gruppen, exklusiv von den Künstlern. Ab den 23. müssen sie sich  mit unserer Karte dann selbst zurechtfinden. Heute herrscht etwas Katerstimmung, nach soviel Leuten muß aufgeräumt werden, dreißig Minuten, von Jedem. Klo putzen, Müll runterbringen, einkaufen. Auch hier gibt es den ganz normalen Alltag.

Danach geht es wieder in den Wald, langsam beginnt der Arbeitsstress. Man gewinnt den Überblick, was  möchte man tun, wie viel Zeit bleibt. Doch keine Panik, alles Profis! Als Organisator braucht man vertrauen. Auch wenn sich das Eine oder Andere Konzept noch ändert. Zur Entspannung gehen wir heute in die Sauna.

Bis Morgen!

Mittwoch, 18.8.2010

Regen spielt keine Rolle mehr!

Es wird früher ins Bett gegangen. Die Einkäufen im »countryside beer paradise« nehmen ab. Ab 7 30 Uhr ist die Kaffeemaschine in Betrieb und Regen spielt keine Rolle mehr. Alles Zeichen für die letzten Tage.

Eung- Woo hat seine dritte Arbeit, eine Pflanzen Assoziation, die sich 7m hoch um einen Baum schlingt, beendet. Christian Rothmann stellt sein drittes Paar Farb-Objekte in das Wald Grün. Huberts Hess baut seine zweite Arbeit auf, eine Baum Ummantelung und auch ich finde Zeit, mich um eine Arbeit zu kümmern.

Kennen sie die Moritz von Schwind Gedächtnis Ecke; Pirko Julia Schröders Karten-Projekt kommt voran.

Paul Feichters Nest ist fertig, er hat mit geflochtenen Efeu ein Stück Fels zum Privat Raum umfunktioniert. Der erste Künstler schläft schon darin. Ob Selbsterfahrung im Wald oder einfach nur die Liebe zum Ort  der Antrieb bleibt dabei noch verborgen. Reservierungen dafür können auch sie über unseren Homepage Kontakt machen.

Man ist dann übrigens auch nicht allein im Wald. Christian Rösner zum Beispiel schläft schon von Symposiums Beginn an draußen, oft an einen anderen Platz, Nacht für Nacht.

Zu den geladenen Künstlern sind mittlerweile auch einzelne Familien Mitglieder gekommen: Thierry und Leonie aus Marseille oder Sagura aus Japan, auch das gehört zum Symposium.

Die Speisefolge haben wir um Pilze erweitert. Steinpilze für 20 Personen, das haben wir den Regen und Günther Paule zu verdanken!

Bis Morgen!

Donnerstag, den 19.8.

Schweinebraten!

Wir haben einen Freund! Nacht für Nacht werden gesellen sich neue Dinge zu den  Arbeiten am Waldwichtelhaus. Rolf Fütterers rote Baum Wappen bekamen einen grünen Begleiter, Christian Rothmanns blaue Scheibe zwei kleine gelbe Scheiben. Woher sie kommen wissen wir nicht. Gibt es doch Waldwichtel (die Echten)?

Aufgefallen ist es uns beim gemeinsamen Rundgang zu den Arbeiten. Denn beinahe Alle sind fertig! Es ist sehr beglückend durch die insgesamt 31 neu entstandenen Arbeiten zu laufen, besonders wenn jeder sein eigenes Werk vorstellt.

Zur Zeit diskutieren wir über die Beschilderung der Arbeiten. Zum einen wollen wir Sie gut leiten, zum anderen nicht die Atmosphäre stören. Pfeile, Bänder, Zeichen gibt es schon zu genüge, diesen bitte nicht folgen. Wir tun aber unser bestes.

Das Sylvan Audio Lab erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile haben elf internationale audio Künstler Tracks geschickt, darunter auch Gene Coleman in Zusammenarbeit mit Billwa. Beides Größen in der experimental Musik. Günther Paule lässt eine Blume im Wald wachsen, die im direkten Kontext zu seinen Bildern steht.

Und waren Sie schon einmal Nachts ohne Licht am Schmausenbuck Turm? Dort machte gestern Sylvia Javen ihre Performance. Im Dunkeln schuf sie eine beeindruckend konzentrierte Atmosphäre, umrahmt von jungen Wildschwein Gequitsche.

Und zum Essen gab es Schweinebraten. Danke Hubert Baumann!

Bis Morgen

Freitag, der 20.8.

Der letzte Tag bricht an.

Alle sind aufgeregt wieviele Personen heute kommen.

Im Rückblick war das Symposium ein toller Erfolg. Es sind mittlerweile 33 Arbeiten installiert, bei 19 Teilnehmenden Künstlern und drei Zaungästen. Das bedeutet einige bekamen eine richtige Arbeitswut.

Die Stimmung innerhalb der Gruppe war so auch sehr entspannt. Obwohl immerhin 15 Personen 14 Tage lang Tag und Nacht zusammen gelebt haben. Unsere geladenen Gäste behalten Nürnberg in sehr guter Erinnerung und raten ein so schönes Projekt vorzusetzen. Der Schmausen-buck hat sich hervorragend dazu geeignet. Viele Liebhaber des Gebiets freuen sich über die sensiblen Eingriffe der Künstler. Und wir sind immer wieder erstaunt über die Schönheit vor Ort.

Begeistert sind wir auch vom Zuspruch der Besucher. Zu jeder Führung (Dauer 2 Stunden) kommen mehr als 75 Teilnehmer. In Kleingruppen machen wir daraus Touren, die auch uns viel Spaß machen. Das Essen ist immer ein kulinarischer Höhepunkt, sogar die Blutwurst gestern Abend. Der Regen hat wenig geschadet. Wir haben ja das Kindergartenhaus und eine warme Dusche. Zu guter letzt scheint ja auch die Sonne wieder. Der Blog war toll, er brachte viel internationale Resonanz.  Die Künstler berichten mit Lust über ihre Arbeiten und vieles mehr. Auch wenn die Eine oder Andere leisere Geschichte in den Hintergrund rückt. Aber die Historie  lohnt sich.

Bis Morgen vom Ende!

Samstag, der 21.8.2010

Vom Ende!

Es ist noch zu früh Rückschlüsse zu ziehen, ob wir das Symposium wiederholen ist auch nicht sicher. Ein paar Dinge wurden mir aber von Eung-Woo mit auf den Weg gegeben. Echte Nature Artist verursachen keine Probleme. Man setzt sie bei einem Symposium einfach in die Natur und sie Arbeiten. Flexibilität und Erfindungsreichtum sind die Grundlage.

Chris Weiß hat seine Arbeit beendet, die Vorgabe waren 900 gerollte Blätter in einer Eisenplatte, eine Meditationsform mit und in der Natur. Jillian Hoppe, die Freundin von Chintan,  Künstlerin/Islamwissenschaftlerin, kam noch einmal. An der Strom Schneise hat sie ihre konzeptionelle Arbeit zur Burka platziert. Den Führungsmarathon ergänzte sie mit einer türckischen Führung.
Mehr als 400 Besucher haben wir ohne Verluste durch den Wald gebracht. Die Homepage hat mehrere Tausend Besuchern. Super Zahlen. Das Fest war schön! Die Panik überrannt zu werden, war übertrieben. Es kamen so viele Freunde und Besucher, dass sich das Lamm aufgelöst und das Bier gereicht hat. Yumikos Klavier Improvisationen im Wald, gekoppelt mit spontanem Tanz von Ursula Kreutz erinnerten an eine Natur Bewegung vergangener Zeit. Die weiße Frau aus Pirko Schröders Waldkarte machte in der Umgebung die Runde. Die spontane Japanische Nachtführung von Hiroshi kam tatsächlich nach zwei Stunden komplett wieder zurück. Dies alles rundete die laue Sommernacht bis zum Morgengrauen ab.
Wir hatten eine schöne Zeit. Erholung ist aber nötig. Zuvor wird noch geputzt …

Vielen Dank für die vielen Reaktionen zum Tagebuch, es hat Spaß gemacht.

Bis Bald!

2 Antworten auf Diary

  1. Chris Weiß sagt:

    Projekt-Tagebuch zu führen ist ganz normaler Alltag, gerade in diesen Zeiten.

    Bloggen wird uns, Web 2.0 sei dank, immer leichter gemacht. Aber wenn Thomas Mays Projekt-Tagebuch dann auf einmal in der Tageszeitung abgedruckt wird, mit richtiger Druckerschwärze auf Papier ( mit einer richtigen Auflage von vielen vielen tausend Stück ) … dann finde ich, wird Tagebuchschreiben zu vorbildlichem Journalismus. Und es ist ja nicht irgendein beliebiges selbstverliebtes Tagebuch eines einsamen Künstlerklischees, sondern eine liebevolle, beschreibende, erfassende und aufmerksame Dokumentation der Arbeit am Ausnahmezustand im Wald. Als Zaungast kann ich ausserdem gaaaanz laut sagen:

    kommen Sie vorbei, es lohnt sich!

    War das mal ein Lob oder was?

    Liebe Grüße
    chris

  2. Eckhard Scheuer sagt:

    Ich war am Sonntag bei der Führung von Peter Thiele dabei, es war ein wunderbarer Anblick eurer Werke hier in den heimischen Gefilden , zwischen dem Sandstein, den rasenden Radlern und den Kletterern. Beindruckt war ich von den vielen fast unsichtbaren, gut in die Landschaft passenden Kunstwerken. Das einbeziehen der Löcher im Sandstein und die grünen Aste aus dem Wald, als würde beides zusammengehören. Und der Fischschwarm aus den Zapfen, unauffällig auf dem Waldboden entstanden, so stelle ich mir Naturkunst- Landart vor, eine gute Symbiose von dem über das wir alltäglich im Wald laufen. Nach der unglaublich intensiven Führung durch das Gelände hat sich dieses ganz verwandelt angefühlt.
    Gibt es das ganze nächtes Jahr wieder, und laßt ihr auch « Laien« mitarbeiten, die noch keinen »Namen« haben. Ich komme gerade aus der Schweiz zurück hatte dort auch eine Gestaltungswoche Landart in den Bergen , komme nach Hause und finde euer Kunst vor der Haustüre. Nach der Führung bin ich jetzt in den letzten Tagen bewußter durchs Gelände ohne den vielen Rummel. Viel besser und genußvoller in Ruhe das ganze anzuschauen.
    Vielen Dank
    Eckhard

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